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Tierprozesse & Tierstrafen

Holzschnitt des Hängens mit Hunden, in: J. Stumpf, Schweizer Chronik, Augsburg, 1586, © Kriminalmuseum Rothenburg

Mit Hunden erhängt werden

Erfahren Sie mehr über Wölfe und Schweinchen als Angeklagte in gerichtsförmigen Mordprozessen, über exkommunizierte Delfine und Heuschrecken sowie Kopfprämien für Spatzen und Mäuse. Äußerst wertvolle Gesetzestexte und Stiche zeigen, inwieweit Tiere auch im Panoptikum grausamer Todesstrafen vertreten waren, etwa beim Hängen mit Hunden, Vierteilen oder Säcken. Lebensecht und detailverliebt inszenierte Tierpräparate (u.a. Wolf, Bär und Adler) sowie hochkarätige rechtsgeschichtliche Exponate erzählen von Tieren als Angeklagte in weltlichen und geistlichen Gerichtsverfahren.

Das Spannungsverhältnis von Tier und Mensch begegnet uns auch jenseits des strafrechtlichen Kontexts. Moderne Multimediastationen lassen die alltägliche Gefahr lebendig werden, die von Tieren ausging. Zugleich kam ihnen als Nahrungs- und Arbeitsmittel enorme Bedeutung zu, wie die ausgestellten Urkunden, Texte und Gegenstände zeigen, etwa ein fast 4.000 Jahre altes Siegel.

Ob Werwolf, Phoenix oder Drache – Tiere beflügelten schon immer unsere Phantasie. Deshalb kommen auch Werwolf, Wappen- und Hexentiere in der Ausstellung nicht zu kurz. In gewohnter Manier schlägt die Sonderschau in Europas bedeutendstem Rechtskundemuseum einen Bogen zu aktuellen Debatten um Tiere und Tierschutz, etwa zum wieder heimisch werdenden Wolf.