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Spannende Derbys & Rennsport-Eleganz

Traditionsreicher Pferde-Rennsport Verein

Er zählt zu den ältesten & traditionsreichsten Pferderennsport-Vereinen in Deutschland: der Badische Rennverein Mannheim-Seckenheim e.V. Höhepunkt der Saison auf der herrlich im Wald gelegenen Pferderennbahn ist der alljährliche Badenia-Renntag, das höchstdotierte deutsche Hindernisrennen.

© Foto: Badischer Rennverein Mannheim-Seckenheim e.V.

Badischer Rennverein Mannheim-Seckenheim e.V.

Badischer Rennverein Mannheim-Seckenheim e.V.
Turfweg Ι 68239 Mannheim-Seckenheim
www.badischer-rennverein.de
aktuelle Renntermine  & Videos

Ein Tag auf der Rennbahn
Die Zuschauer fiebern dem Start entgegen. Die Plätze am ovalen Rund der Rennbahn und auf der Tribüne sind eingenommen und die Wetten platziert. Jeden Augenblick werden sich die die Boxen der Startmaschine mit den vor Spannung zitternden Pferden öffnen.

Die Derbys auf der Galopprennbahn Mannheim-Seckenheim sind mit ihrer bunten Mischung aus hochklassigem Pferdesport & Wetteinsatz, einem Hauch britischer Rennsport-Eleganz & Volksfest ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie.

© Foto: Badischer Rennverein Mannheim-Seckenheim e.V.

Die Rennwiese

Das Wetter ist herrlich und am Neckardamm steht Equipage an Equipage. Bei den Zuschauern herrscht eine „sehr animierte Stimmung“. Am 03. Mai 1868 finden während des Maimarktes in Mannheim erstmals offiziell Pferderennen statt – und der Erfolg übertrifft selbst die kühnsten Erwartungen.

Um die Attraktivität des Mannheimer Maimarktes zu steigern, hatte der Landwirtschaftliche Bezirksverein der Stadt Mannheim Anfang des Jahres 1868 vorgeschlagen, nach englischem Vorbild einen Renntag in das Programm aufzunehmen. Für den Vorschlag sprach die Begeisterung der Mannheimer Bevölkerung für den Pferderennsport, aber auch die guten Erfahrungen des Vereins bei der Durchführung kleiner Hindernis-Rennen in den zurückliegenden Jahren.

Ohne zu zögern übernimmt die Stadt Mannheim einen Teil der Kosten. Sie stellt für die Rennen die im Osten der Stadt am Neckar liegenden „Neuwiesen“ zur Verfügung, die bei den Mannheimern bald nur noch die „Rennwiese“ heißt.

Nach dem überaus erfolgreichen Premierentag erfolgt im Dezember des Jahres 1868 die Gründung des Mannheimer Rennvereins. In fast wöchentlichen Sitzungen werden leidenschaftlich immer neue Pläne zur Zukunft des noch jungen Vereins geschmiedet.

Kurze Zeit nach der Gründung schließt sich der Rennverein der Badischen Offiziere dem Verein an, der sich darauf in den „Badischen Rennverein Mannheim“ umbenennt.

Die Zeichnung stammt aus dem 19. Jahrhundert und zeigt die imposanten Tribünen der ursprünglichen Pferderennbahn auf der Mannheimer „Rennwise“. Heute ist der Platz eine große Freizeitwiese im Luisenpark Mannheim, eingesäumt von Tiergehegen und dem Chinesischen Teehaus. Foto © Stadtarchiv Mannheim

Man glaubt sich in ein mondänes Kurbad versetzt

Mit Mühe kann sich der Wachmann vor den wild einströmenden Fluten retten. Die auf den gelbbraunen Wellen treibenden Holzplanken werden vom Sturm gegen den Pavillon getrieben, der „fast gänzlich zu Grunde geht“. Zum Jahreswechsel 1882/83 führen Rhein und Neckar ein gewaltiges Hochwasser und in der Nacht vor Silvester geschieht das Unglück: Nach dem Bruch des Neckardamms wird die gesamte Rennbahn überflutet.

Die Überschwemmung unterbricht nur für kurze Zeit den Aufschwung der Mannheimer Rennbahn. Energisch betreibt der Verein den Wiederaufbau und bereits um die Jahrhundertwende berichten zeitgenössische Sportjournale begeistert über den Charme der Anlage mit ihren Gebäuden im Stil der Bäderarchitektur:

 „Die Gewinnseite der Rennbahn ist eingerahmt von vier Tribünen, die sich in hellen Farben mit ihren roten Dächern und den schmucken Aussichtstürmen reizvoll abheben von dem lichten Grün des Luisenpark. Man glaubt sich förmlich in eines der großen Luxusbäder versetzt, so bequem, so reizvoll mutet uns die gesamte Anlage an, von der aus wir den Blick auf die schöne Rennbahn genießen.“

Einen Grund zur Freude bietet nicht nur die schmucke Rennbahn. Ebenso freudig begrüßen die Mannheimer in diesen Tagen ein neues Totalisator-Gesetz, das den öffentlichen Toto-Betrieb mit Wettmöglichkeiten für alle erlaubt.

Zwar gilt die Wette am Totalisator offiziell noch immer als Glücksspiel, doch nach intensiver Beratung war denn doch behördlicherseits ein Sinneswandel erfolgt – wobei wohl nicht zuletzt die Aussicht auf gewisse Wetteinnahmen eine nicht ganz unerhebliche Rolle gespielt haben.

Der I. Weltkrieg unterbricht jäh die weitere Entwicklung des Mannheimer Rennvereins. Zwar wird der Rennbetrieb 1920 wieder aufgenommen, doch selbst kleinere Meetings mit einem erheblich eingeschränkten Programm haben wenig Erfolg. Der Rennplatz Mannheim ist im Rennsportkalender noch bis zum Mai 1942 zu finden – dann wird die Anlage auf den Neuwiesen im II. Weltkrieg durch Bombenangriffe vollständig zerstört.

Der Pferderennsport in Mannheim ist auf dem Tiefpunkt, als amerikanische GIs nach Kriegsende auf der ehemaligen Galopprennbahn Golf spielen.


Ein Rennplakat aus den 1920er Jahren. © Foto: Stadtarchiv Mannheim

In den Folgejahren bleibt der Badische Rennverein mehr oder weniger in einer Planungsphase – einzelne Aktivitäten tragen wenig Früchte. Doch nicht weit entfernt, im benachbarten Mannheim-Seckenheim, nehmen Ereignisse ihren Lauf, die für die Zukunft des Mannheimer Pferdesports nicht folgenlos bleiben sollten.

Spannende Rennen vor eindrucksvoller Kulisse: Ein Bild aus den 1920er Jahren. © Foto: Stadtarchiv Mannheim

Die Fusion zweier Vereine

Im Osten Mannheims, etwa zehn Kilometer entfernt, liegt das kleine Neckarstädtchen Mannheim-Seckenheim. Auch sie waren Pferdenarren, die Seckenheimer, und ihr Rennverein, der aus einer Pferdezuchtgenossenschaft hervorgegangen war, führte bereits um 1900 auf einer Gemeindewiese Pferderennen und Trabfahrten durch. In den Rennpausen zeigten die Reiter unter den lärmenden Anfeuerungsrufen der Zuschauer ihr Können.

Nach den Unterbrechungen durch den I. Weltkrieg und den deprimierenden Jahren des Nationalsozialismus erfolgt die Neugründung des Seckenheimer Vereins mit einem Paukenschlag: Nach der unglaublich kurzen Bauzeit von nur einem halben Jahr erfolgt am Pfingstmontag 1950 die Einweihung einer neuen Waldrennbahn mit fester Tribüne, allen erforderlichen technischen Anlagen – und natürlich dem Toto-Gebäude.

Während der nächsten Jahre bieten die Renntage in Mannheim-Seckenheim ein anspruchsvolles Rennprogramm mit durchaus respektablen Zuschauerzahlen. Doch immer mehr zeigt sich, dass die Anlage den Erfordernissen des Vollblutsports nicht gewachsen ist.

Große Rennställe verzichten darauf, ihre Pferde nach Seckenheim zu schicken, was wiederum einen Rückgang des Besucherinteresses zur Folge hat. Eine wirtschaftlich sinnvolle Fortsetzung der Meetings ist unter den gegebenen Umständen nicht möglich.

Doch noch während sich die Verantwortlichen den Kopf darüber zerbrechen, was zu tun sei, fällt im nahen Mannheim eine Entscheidung, die völlig unerwartet die Geschicke des Seckenheimer Pferdesports mit denen des Rennvereins in Mannheim verbinden sollte: Die Stadtväter Mannheims beschließen, die Bundesgartenschau im Jahr 1975 auf dem Gelände der traditionsreichen Rennwiese durchzuführen.

Ihr Beschluss zerstört zwar alle Hoffnungen, der Mannheimer Rennverein könne noch einmal an die große Tradition des Pferdesports an historischer Stelle anknüpfen – doch er macht doch den Weg frei, dass beide Vereine aufeinander zugehen und nach Möglichkeiten gemeinsamen Handelns suchen können.


Luftaufnahme vom Luisenpark 1967; am rechten Bildrand die ehemalige „Rennwiese“, © Foto: Stadtarchiv Mannheim

Im Oktober 1968 fusionieren der Badische Rennverein Mannheim und der Rennverein Mannheim-Seckenheim zum „Badischen Rennverein 1867 Mannheim-Seckenheim.
© Foto Badischer Rennverein Mannheim-Seckenheim e.V.